Glaukom / Grüner Star

Foto: Carl Zeiss Meditec AG

Der Grüne Star (Glaukom) ist eine Erkrankung der Augen, deren Häufigkeit mit zunehmendem Alter steigt. Rund 800.000 Glaukom-Patienten gibt es in Deutschland, bei etwa 3 Millionen liegt das Risiko dieser Erkrankung vor.

Es handelt sich dabei um einen langsam fortschreitenden Sehnervenfaserverlust mit Verfall des Gesichtsfeldes und gehört unbehandelt zu den häufigsten Erblindungsursachen.

In den meisten Fällen ist dies verbunden mit einer krankhaften Erhöhung des Augeninnendruckes. Der Erkrankte bemerkt die schleichende Einschränkung des Sehvermögens meist erst dann, wenn über 90% des Sehnerven zerstört sind und deutliche Gesichtsfeldeinbußen vorliegen. Eine rechtzeitige, das heißt so früh wie möglicheinsetzende Behandlung kann diesen irreparablen Schaden verhindern.

Durch Messung des Augeninnendruckes, der Hornhautdicke, Gesichtsfeld-Untersuchung, Beurteilung des Sehnervenkopfes und Bestimmung der Nervenfaserschichtdicke kann das Glaukom erkannt und gezielt behandelt werden.

Moderne Untersuchungsmöglichkeiten

Die optimale Verlaufsbeurteilung und Früherkennung von Veränderungen an dem Sehnerven sind durch neue digitale, bildgebende Untersuchungsverfahren möglich. Die Untersuchungen liefern die Entscheidung, ob die Behandlung des Grünen Stars begonnen oder intensiviert werden muss. Sie benötigen nur kurze Zeit und sind für den Patienten belastungs- und schmerzfrei.

Optische Cohärenztomographie/OCT: Ermittlung der Nervenfaserschichtdicke zur Erkennung von (Früh-) Schäden und Verlaufskontrolle beim Glaukom

Veränderungen des Sehnervenkopfes (Papille) zeigen sich an einer Vertiefung (Exkavation) und einer Verschmälerung des Randsaumes. Mit Fortschreiten der Glaukom-Erkrankung nimmt die Exkavation zu.

Das OCT arbeitet mit Lasertechnologie, und ein Computer errechnet aus den eingegangenen Daten ein Bild. Durch diese Messung ermitteln wir die genaue Größe der Papille und die Tiefe der Exkavation. Schäden der Nervenfaserschicht können so um bis zu sechs Jahre früher als durch die Gesichtsfeld-Untersuchung oder die klassische Sehnervenkopfuntersuchung erkannt werden.

Pachymetrie/Messung der Hornhautdicke

Bei der Einstellung des Augeninnendruckes kommt es auf die Genauigkeit der Messung an. Gerade bei Glaukom-Patienten weicht die Hornhautdicke oft von der durchschnittlichen Dicke (0,55 mm) ab. Bei einer dickeren Hornhaut wird der Augeninnendruck zu hoch, bei einer dünneren Hornhaut wird dieser zu niedrig gemessen. Abweichungen bis zu 10 mmHg können mit der Ultraschallmessung der Hornhautdicke erkannt werden und in der Therapie Berücksichtigung finden.

Für welche Patienten sind Untersuchungen mit diesen Diagnosegeräten sinnvoll?

• für alle Glaukom-Patienten
• für Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck (ohne weitere Glaukom-Zeichen)
• für Patienten mit Veränderungen am Sehnervenkopf
• für Patienten, die besondere Risikofaktoren für eine Glaukom-Erkrankung aufweisen, z.B.: Kurzsichtigkeit, allgemeine Durchblutungsstörungen, familiäre Vorbelastung
• für alle, die sich eine besonders gründliche Vorsorge-Untersuchung ihrer Augen wünschen.

Therapie des Glaukoms:

Die Senkung des Augeninnendrucks ist das Ziel jeder Therapie. Das Glaukom wird in den meisten Fällen mit Medikamenten (Augentropfen) behandelt, die mindestens einmal pro Tag angewendet werden müssen. Ggf. werden mehrere Wirkstoffe kombiniert. Da die Erkrankung chronisch ist, handelt es sich um eine Dauertherapie.

Leider bringt diese Behandlung nicht immer den gewünschten Erfolg oder die Durchführung ist aufgrund von Nebenwirkungen nicht möglich.

Für diese Situationen, sowie bei fortgeschrittener Erkrankung mit der Erfordernis eines sehr niedrigen Augeninnendruckes, stehen uns verschiedene (laser-) chirurgische Verfahren zur Verfügung.
Gerne beraten wir Sie in einem persönlichen Gespräch.

 

Über die Glaukom-Operationen lesen Sie hier Näheres: Selektive Trabekeluplastik

 

Download: Informations-Flyer Grüner Star

Unsere Podcasts zum Thema:

 

 


Links


Bundesverband Glaukom-Selbsthilfe e.V.
Initiativkreis zur Glaukom-Früherkennung e.V.

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